Stätten des Naziterrors in Ostwestfalen: Gedenkstätte Kriegsgefangenenlager Stalag 326 Senne in Schloß Holte-Stukenbrock sowie Wewelsburg, Erinnerungs- und Gedenkstätte an Ideologie und SS Terror Exkursion
Sonntag, 10. Mai 2026 08:45–18:00 Uhr
| Kursnummer | 2611310 |
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Ute Pippert
Brigitte Schneider |
| Datum | Sonntag, 10.05.2026 08:45–18:00 Uhr |
| Gebühr | kostenlos |
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Treffpunkt: siehe Beschreibung
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Überall in Deutschland, so auch in Ostwestfalen-Lippe, finden sich Spuren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, die an Opfer und Täter erinnern.
Im Stalag 326, dem Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager, wurden zwischen 1941 und 1945 mehr als 300.000 sowjetische Kriegsgefangene interniert, eine Opfergruppe im „Erinnerungsschatten“ laut Joachim Gauck. Sie wurden zu Zwangsarbeit vorwiegend im Ruhrgebiet in Produktion und Bergbau eingesetzt, geprägt von Mangelernährung, ohne medizinische Versorgung und unter miserablen hygienischen Verhältnissen bei massiver Ausbeutung der Arbeitskraft. Ein Großteil von ihnen verstarb daran. Nach der Befreiung durch die Amerikaner und einer kurzen Nutzung als Internierungscamp für Nazis und deutsche Kriegsgefangene diente das Gelände mit seinen Baracken bis 1977 als Lager für Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, genannt Sozialwerk Stukenbrock, später als Ausbildungsinstitut der Polizei. 1996 gründete sich die bis heute vorwiegend ehrenamtlich geführte Gedenkstätte. Wir besuchen die Ausstellung sowie den Ehrenfriedhof mit dem Obelisken.
Unweit befindet sich die Wewelsburg, einzige Dreiecksburg Deutschlands, unter den Nazis ausgebaut als ideologische Versammlungsstätte und Ort der Selbstvergewisserung und Ermächtigung. Die dortige hochmoderne multimediale Dauerausstellung informiert über „Ideologie und Terror der SS“. Im Nordturm sind zwei in „nordischer“ NS-Architektur gestaltete Räume erhaltenen. Neben der Burg liegt der „GeDenkOrt“ des Hauptlagers KZ Niederhagen/Wewelsburg. Wir beschäftigen uns mit dem Umgang mit baulichen Überresten ehemaliger NS-Verbrechensorte, der Aufarbeitung des SS Terrors, mit der heutigen Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern.
Treffpunkt: Abfahrt Buer Mitte vom Busbahnhof 8.45 Uhr oder Schalke, Rolandstraße, Parkplatz Musiktheater ab 9:15 Uhr.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der öAG Arbeit und Leben (DGB/vhs) sowie mit der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop angeboten. Weitere Informationen und Anmeldung bei Brigitte Schneider. (brigitte.schneider@gelsenkirchen.de; Telefon 0209 169-2549)