Wie wirken Medikamente - Medikamenten-Wechselwirkungen Online-Vortrag
Mittwoch, 07. Oktober 2026 18:00–20:00 Uhr
| Kursnummer | 2623210 |
| Dozent |
Prof. Dr. Hartmut Kleinert
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| Datum | Mittwoch, 07.10.2026 18:00–20:00 Uhr |
| Gebühr | kostenlos |
| Ort |
Online
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Mit Medikamenten kommen wir alle ständig in Kontakt. Aber wie wirken sie eigentlich? Das will dieser Vortrag anschaulich vermitteln. In den letzten 150 Jahren hat sich die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland von etwa 40 Jahren auf etwa 80 Jahre nahezu verdoppelt. Neben der Hygiene hat der medizinische Fortschritt (z.B. Antibiotika, Impfungen) einen großen Anteil daran. Seit 1950 ist es durch wichtige Entdeckungen in der Grundlagenforschung auch zu rasanten Fortschritten in der Entwicklung von Medikamenten gekommen. Heute haben wir zu fast allen Krankheitsbildern (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz, Thrombosegefahr, Asthma, Rheuma, Adipositas, Krebs) gut wirksame Medikamente. Jedoch können alle diese Medikamente Nebenwirkungen haben. Bei der Einnahme mehrerer Medikamente kann es zum Teil zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen.
Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der Bedeutung von Arzneistoffinteraktionen.
Wechselwirkungen sind ein massives Problem in der medizinischen Versorgung: Jeder sechste Kunde bzw. Kundin in Apotheken ist von Interaktionen betroffen. Jeder 200. Kunde weist schwerwiegende Interaktionen auf. Es gibt drei Arten der Wechselwirkungen. Physiko-chemische Interaktionen finden oft vor der Aufnahme statt, z. B. beim Mischen von Medikamenten in einer Infusionslösung. Bei pharmakodynamischen Interaktionen beeinflussen sich Wirkstoffe in ihrer Wirkung am Zielort, ohne dass sich ihre Konzentration ändert. Ein Beispiel ist die Kombination von ASS und Marcumar. Sie führt zu einer massiv erhöhten Blutungsgefahr, da beide die Blutgerinnung an unterschiedlichen Stellen hemmen. Die dritte Wechselwirkung sind pharmakokinetische Interaktionen. Hier verändert die gleichzeitige Einnahme die Konzentration der Wirkstoffe im Körper, weil z.B. der eine Wirkstoff den Abbau des anderen Wirkstoffes beschleunigt.
Der Referent ist Professor für Molekular- und Immunpharmakologie und Diplom-Biologe im Ruhestand. Er hat an der Universität/Uniklinik Mainz knapp 30 Jahre im Institut für Pharmakologie geforscht und gelehrt. In der Lehre für Studierende der Medizin, Biologie, Chemie und Psychotherapie alle Bereiche der Pharmakologie unterrichtet.
Als digitales Konferenztool wird die Plattform "Zoom" genutzt. Die Zugangsdaten bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einige Tage vor dem Termin per E-Mail.
Der Vortrag wird in Kooperation mit der vhs Bottrop angeboten.