IP Vogelsang in der Eifel: von der Nazi-„Ordensburg“ zum IP – internationalen Platz des Nationalparks Exkursion
Samstag, 19. September 2026 07:30–19:00 Uhr
| Kursnummer | 2621404 |
| buchbar ab | 13.07.2026 08:30 Uhr |
| Dozentin |
Ute Pippert
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| Datum | Samstag, 19.09.2026 07:30–19:00 Uhr |
| Gebühr | 23,00 EUR |
| Ort |
Treffpunkt: siehe Beschreibung
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Der gigantische historische Baukomplex "Vogelsang IP" erzählt höchst ungewöhnliche und wechselvollen Geschichten. Gegründet als Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders zeigt sie sich als politisches Bauwerk, bis heute sichtbar als germanisierende Herrschaftsarchitektur, der Selbstdarstellung des Nationalsozialismus dienend und den Machtanspruch über Mensch und Natur verdeutlichend. Nach 1945 übernahmen die britischen Streitkräfte das Gelände als Truppenübungsplatz, später belgische. Das benachbarte Dorf Wollseifen wurde evakuiert, um dort Häuserkampf zu trainieren.
2005 endete die militärische Verwendung des unter Denkmalschutz stehenden Geländes und der Gebäude. Die sofort neu gegründete Vogelsang IP gGmbH entwickelte neue Konzepte der Nutzung. Auf den Flächen des Täterorts ist ein Erinnerungsort entstanden, der für Toleranz, Vielfalt und ein friedliches Miteinander steht, zentrales Kernstück ist das Forum Vogelsang IP mit Dauerausstellungen zu den zentralen Themen des Ortes: Natur und Geschichte, die Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ des Nationalparks Eifel und „Bestimmung Herrenmensch: NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“.
Im Rahmen einer Führung besuchen wir die Innen- und Außenanlage und informieren uns über die Geschichte, Architektur und gegenwärtige Nutzung, z.B. durch die Rotkreuz-Akademie, die Astronomiewerkstatt „Sterne ohne Grenzen“ etc. und lassen uns von Gebäuden, wie z.B. der "Burgschänke" und dem belgischen Truppenkino aus der Zeit des "Camp Vogelsang" u.v.m. beeindrucken. Zusätzlich erleben wir die „Herrenmensch“-Ausstellung, die die Zeit als NS-Schulungsstätte thematisiert. Sie will keine einfachen Antworten geben und nimmt konkretes Täterhandeln, Handlungsräume wie die Handelnden selbst mit ihren Überzeugungen, ihren Prägungen und ihrem Tun in den Blick, erschließt jedoch auch Perspektiven und Stimmen von Opfern.
Ein Besuch der Bruder-Klaus-Feldkapelle in Wachendorf, gebaut aus christlichem Glauben von einer frommen Bauernfamilie aus Mechernich, entworfen vom Schweizer Star-Architekten Peter Zumthor, tatkräftig unterstützt vom ganzen Dorf, setzt in seiner schlichten Spiritualität einen Kontrapunkt und rundet unseren Tag ab.
Aufgrund des Geländes und der Architektur von Vogelsang IP ist die Exkursion für mobilitätseingeschränkte Personen nicht geeignet. Das Entgelt beinhaltet Bus-, Führungs- und Eintrittskosten. Für den Besuch der Bruder-Klaus-Feldkapelle werden von der Exkursionsleitung freiwillige Spenden eingesammelt und an die Stiftung weitergeleitet.
Abfahrt Busbahnhof Buer: 7.30 Uhr, Abfahrt Parkplatz Musiktheater, Rolandstraße: 8.00 Uhr.